20.07.2006 - Sezgin Boynik: Lernen vom Underground
Sezgin Boynik: Lernen vom Underground
1. Von der Haltung lernen
Auch wenn der Underground hermetisch ist, will er die (Mainstream-)
Welt um sich herum effektiv verändern. Natürlich wächst diese
Effektivität proportional mit dem Potential der Sichtbarkeit des
Undergrounds in der öffentlichen Sphäre. Das ist eigentlich eine
Utopie, die zu einem gewissen Grad paradox ist und die die vollständige
Realisation des politischen und kritischen Programms des Underground
verhindert. Wenn Underground effektiv sein will, muss er auf die Stelle
des Mainstream zielen, wo Macht (power) versammelt ist, die entweder
verändert oder zerstört werden kann. Dass dem Subjekt der Macht eine
solche Veränderung widerfährt, ist jedoch ein seltener Fall in der
Geschichte des Underground. Warum das so ist, ist unklar, doch sicher
ist, dass das erwähnte Paradox einer der Gründe ist, warum ein
politisches Programm des Underground unmöglich ist. Jede Manifestation
des Underground in der öffentlichen Sphäre (des Mainstreams) führt zu
der unvermeidlichen Rekapitulation nach den Gesetzen der Vereinnahmung
(recuperation).
Es besteht allerdings ein Fünkchen Hoffnung,
dass doch noch jemand aus dem Mainstream vom Underground lernt und
seine Haltung verändert. Vielleicht ist das einzige Beispiel für eine
solche Veränderung Patty Hearst (aka Tania), die sich nach ihrer
Entführung der Stadtguerilla-Bewegung SLA anschloss. Doch dieses
sogenannte „Stockholm Syndrome“(1) wird als psycho-pathologisches
Phänomen interpretiert. Natürlich war es für viele zu spät, was auch
immer vom Underground zu lernen, wie zum Beispiel für den unglücklichen
Aldo Moro (2). Nicht zu spät aber war es für Dejan Sretenović, den
Kurator des Museums für Zeitgenössische Kunst Belgrad, etwas von dem
Hass des Zampa di Leone zu lernen (3):
„... Sehr geehrte Kultur-Arbeiter, Künstler, Kollegen und Freunde; sehr geehrtes Publikum!
Ich
arbeite jetzt schon bald 15 Jahre in der Kultur und, kurz gesagt, ich
habe die Schnauze voll!!! Diese ganze Kulturpolitik, diese platzierten
Parteihengste, perversen Institutionen, Sesselhocker, die Fonds und
Stiftungen, das ewige Beinestellen, das alles, meine Lieben, hat
jegliches erträgliche Maß überschritten hier in diesem unseren kleinen
Serbien. Die ganze serbische Kulturszene ist in ein unerträgliches
inzestuöses Fahrwasser geraten und mit tiefster Verbitterung muss ich
feststellen, dass das Fass übergelaufen ist.
Aber ich fürchte
niemanden mehr! All die Majas, Rankas, Brankas, oder Darkas, die ganzen
orthodoxen Pfaffen aus Koštunicas Partei, vom Bürgerbund oder den
Radikalen... all die Ambrozićs, Matićs oder Dinkićs... meine Lieben,
die können alle abdanken!
Ja! Der Kapitalismus hat abgedankt!
Jeder
auf der Welt sieht, dass das Ende des Kapitalismus und des Markts
gekommen ist und damit das Ende der Kunst als armseliger
kapitalistischer Abfall!
Ich bin glücklich, dass in mir jener
ehrliche Punker und Anarchist der Jugendzeit wieder auferstanden ist.
Und endlich habe ich kapiert, dass Museen und Bürokraten verrecken
müssen.
Dass diese Universitäten in Wirklichkeit eine Lügenwelt sind und dass uns die Reichen am Arsch lecken können.
Und
jetzt bin ich sehr glücklich, denn es gibt jemanden der zu allem NEIN
gesagt hat! Es gibt ihn und ich bewundere ihn aus ganzen Herzen.
Ja!
Zampa di Leone hat recht und ich grüße ihn mit dieser E-mail. Ich
entschuldige mich bei ihm, und alle sollen hören, was ich sage: Du hast
vollkommen recht, Zampa, denn dieses Bild, das du uns gegeben hast,
diese hässlichen Zeichnungen, die aussehen wie das Gekritzel aus
öffentlichen Toiletten, diese Intrigen hinter den Kulissen, dieser
stumpfe Banalismus... das sind wirklich WIR.
Danke, Zampa, noch
einmal für den Spiegel, den du uns vorhältst, danke SEEcult, die all
das komplett im Internet veröffentlicht haben. Schaut euch die Seite
von SEEcult an, was soll ich noch sagen:http://seecult.org/ipw-web/gallery/ZampaDiLeone
Das
sollte jeder gelesen haben, da kann man etwas lernen und versuchen sich
zu ändern, denn das, was Zampa di Leone macht, ist wirklich heilsam.
Wir müssen diesem hässlichen Spiegel ein Lächeln zeigen und uns
vielleicht einer plastischen Operation unterziehen und einen neuen
Anfang machen.
Mit den besten Absichten,
Euer
Dejan Sretenović“
Natürlich
ist das eine Utopie und natürlich arbeitet Dejan Sretenović noch immer
als Kurator am Belgrader Museum. Aber interessant ist die Unmöglichkeit
der Lektion, die Zampa di Leone hier parodiert, indem er sie wie eine
Strategie des cultural jamming hinstellt. Doch obwohl es nicht möglich
ist, gibt es ernsthafte Vertreterinnen der Mainstream-Kultur, die etwas
von Zampa di Leone gelernt haben. Zum Beispiel Marina Gržinić, Suzana
Milevska, Tanja Ostojić und so weiter...scheinen etwas von Zampas
Comics gelernt zu haben, wie es in den E-mails auf den Seiten über
Zampa zu lesen ist. Doch das scheint eher die Art von Lektion zu sein,
die man vom Habitus lernen kann, so wie Popkritiker Greil Marcus in
seinem Buch über Punk und Situationismus „Lipstic Traces“ in den
„rrrrr“s von Jonny Rotten die revolutionäre Anarchie sieht. Doch das
ist eine Lektion, die Gleichgültigkeit zulässt und die jegliche
Radikalität von Anfang an abstumpft, weil sie die gesamte Kritik des
Underground auf eine „negierende“ Haltung (attitude) reduziert.
In
diesem Zusammenhang ist kürzlich ein Gespräch zwischen den Künstlern
Serkan Özkaya und Halil Altindere veröffentlicht worden, in dem beide
auf leichte und entspannte Art über ihren apolitischen abgestumpften
Radikalismus sprechen, ohne irgendein Paradox zu erwähnen. Jetzt war
frische Kritik aus dem anarchistischen Kreis um Süreyyya Evren zu
hören, die diese „tödliche Gleichgültigkeit der Kunst“(4) kritisierte.
Auch Zampa di Leone hat die ernsthafte Absicht, diese tödliche
Gleichgültigkeit und das Paradox des radikalen Mainstream-Künstlers zu
kritisieren, indem er in diesem Wunderland der Zeitgenössischen Kunst
einen Kurzschluss erzeugt.
2. Von der Geschichte lernen
Die
Geschichte von Zampa di Leone ist kurz und noch enger ist der Raum, auf
den sie sich bezieht. Das ist größtenteils die Sphäre der
zeitgenössischen Kunst und des Aktivismus in der Region des Balkans.
Aber die Aktivitäten von Zampa fanden zur rechten Zeit am rechten Ort
statt und sind deswegen zu Geschichte geworden. Sie entstanden in einem
Moment, in dem eine Tradition erfunden werden sollte und haben diesen
Versuch, Geschichte zu konstruieren, auf brillante Art negiert. Die
Rede ist vom ersten Fanzine Zampas, „Im Arsch des Balkans“(5), in dem
er die Mode der Balkanisierung einer bestimmten künstlerischen Praxis
parodiert. Es gab viel Kritik an den Ausstellungen zeitgenössischer
Kunst des Balkans, die gefeierte Kuratoren wie Harald Szeemann und Rene
Block organisierten. Eigentlich könnte eine einfache Analyse zeigen,
dass zwischen den alten national-faschistischen Repräsentationen des
Balkans in Europa und den aktuellen Praxen der ästhetisierten Politik
dieser geschätzten Kuratoren direkte Verbindungen bestehen. Das kann
entweder (mit Block) anhand der Imagination Karl May’s bewiesen werden,
die auch Hitler immer wieder begeisterte, oder (mit Szeemann) anhand
der erfundenen Etymologie des Wortes Balkan, die sich zwischen den
Karikaturen von Emir Kusturica und Christian Rosenkreuz befindet.
Zampa
di Leone ist sich dieser Paradoxa bewusst und er operiert erfolgreich
nach Art eines lautstarken Heuchlers. Die Hauptakteure der
Balkanisierung werden als finsterste Gesellen, als Vampire, Zombies,
Würmer, etc. dargestellt. Mit dieser Übertreibung der Situation ist es
Zampa gelungen, eine Störung in der freudigen Geschichte der
Balkanisierung hervorzurufen (es heißt, dass etwa 10 000 Besucher auf
seiner Seite waren). Er hat es geschafft, Gegen-Geschichte im
Experiment der ästhetischen Formulierung des Balkans zu schreiben und
das ist vielleicht das, was Maria Todorova am Ende ihres Buches
vorausgesehen hat, nämlich dass „Europa, so wie es den Frauenhass
geschaffen hat, auch den Feminismus geschaffen hat und so wie es den
Balkanismus geschaffen hat, auch den Anti-Balkanismus schaffen wird .“
Natürlich ist es zu früh und übertrieben zu behaupten, dass es Zampa di
Leone gelungen sei, anti-balkanische Geschichte zu schreiben, aber sein
Fanzine mit 8 Seiten ist das einzige Phänomen, das auf
offensichtlichste, brutale und schonungslose Art einen Kurzschluss in
der fröhlichen Kanonade erzeugen konnte.
Ein anderer Aspekt von
Zampa und anderen Underground-Phänomenen bezieht sich auf deren direkte
Umgebung, in diesem Falle auf Belgrad und die dortige Kunstszene. Kurze
(aber wahre) Anekdoten über die Szene, die für Zampa ein
„nationalfaschistisches- arschleckendes- kapitalistisches-
turboarmseliges Spektakel“ ist, werden auch nach vielen Jahren in
Erinnerung bleiben, wenn Zampa di Leone seine Aktualität verloren hat
und zu einer Kuriosität der Anti-Geschichte des Undergrounds geworden
ist. Zampa karikiert hier die Situation der zeitgenössischen
künstlerischen und aktivistischen Szene, die besonders ambivalent ist,
wenn es sich um politische Problematiken handelt. Das Symbol dieser
Ambivalenz in den Zeichnungen von Zampa di Leone ist der Kurator
Branislav Dimitrijević, genannt „Vaters Sohn“(6). Man kann ohne
Übertreibung sagen, dass Vasif Kortun (Istanbul), Mika Hannula
(Helsinki) und Branislav Dimitrijević (Belgrad) die Situation einer
Kultur der Ambivalenz darstellen, die in ihren Aussagen in öffentlichen
Diskursen durchaus radikal und kritisch ist, aber gleichzeitig absolut
etablierte Mainstream-Praxis darstellt und unvermeidlich auf
Kollaboration mit korporativer Macht und konservativen Fonds basiert.
Dieses Phänomen breitet sich immer mehr aus und führt in eine immer
größere Schizophrenie. Es wird immer mehr Beispiele wie Charles Esche
geben, für die radikale Politik einzig und alleine die Toleranz und
Gastfreundschaft in den Institutionen der Zeitgenössischen Kunst
bedeutet. Das ist eine radikale Politik, die zum Mehrwert des Kapitals
geworden ist und die sich zufällig auch nach der Politik der
Institutionen richtet. Diese chaotische Situation scheint es zu sein,
die Zampa am allermeisten stört.
3. Von der Strategie lernen
Zampas Strategie basiert auf der alten situationistischen Devise: „Die
Schande noch größer machen“(7). Auch wenn wir aus Zampas Geschichte
gelernt haben, dass ihn die schizophrene Ambivalenz in der Kultur
stört, ist uns doch nicht klar, welche für ihn die richtige Alternative
ist. Auch ist uns nicht ganz klar, welche seine Haltung ist, die das
Potential haben könnte, so etwas wie das „rrrrrr“ in der „Anarchie“ von
Johnny Roten zu sein. Es gibt den Versuch, die Strategie von Zampa zu
analysieren. Die mazedonische Kuratorin Suzana Milevska tut dies in
einem Text (8), in dem sie die politische Paralyse in den radikalen
künstlerischen Praxen ex-Jugoslawiens untersucht. Sie steht auf dem
Standpunkt, dass Zampa di Leone und IRWIN (?!) den nicht-öffentlichen
Diskurs darstellen, der im ambivalenten System der sozialistischen
Selbstverwaltung Jugoslawiens allgemeine Praxis war. Sie kritisiert so
die Strategie der Anonymität und Unsichtbarkeit Zampas als Simulator
der Paralyse im öffentlichen Raum der Kultur. Die Autoren von Zampas
Comics sind unbekannt oder genauer gesagt bis zu einem gewissen Grad
unbekannt. Aber diese Anonymität steht in keiner Hinsicht in Beziehung
mit dem paralysierten kulturellen Raum. Zumindest gibt es keinerlei
historische Verbindung, denn Zampa ist nicht in den 90er Jahren
entstanden, als der Eskapismus die allgemein akzeptierte Taktik der
zeitgenössischen Kunstszene Serbiens war, sondern 2003, als politische
und öffentliche Kunst die populäre Kunst-Praxis war.
Die Anonymität
von Zampa di Leone ist eher eine Strategie gegen den Kompromiss und die
Leichtigkeit des „everything goes“. Zum Beispiel fand es die Künstlerin
Tanja Ostojić nicht unangenehm von Zampa parodiert zu werden und
druckte die Karikatur in ihrem Buch „Strategien des Erfolgs“ ab. Dies
ist vielleicht eine andere Seite der Ambivalenz der zeitgenössischen
Kunst, die am besten durch das alt-marxistische Schimpfwort des
Opportunismus charakterisiert werden kann.
4. Von der Semiotik lernen
Im
allgemeinen ist die Sprache des Underground so hermetisch, dass wir
gezwungen sind, mit ihrer Struktur zu sprechen. Aber dennoch gibt es
etwas, dass sich Freud'scher Versprecher nennt, und davon gibt es viele
in den schnell gezeichnete Comics von Zampa di Leone. Die Versprecher
von Zampa enthüllen etwas, dass auf eine seltsame Weise „balkanisch“
ist. Indem Zampa die paradoxe zeitgenössische Kultur in Serbien und
ihre Verbindung mit westlichen Fonds und Institutionen kritisiert,
reproduziert er etwas, das allgemein zum öffentlichen Diskurs
vielleicht ganz Serbiens gehört. Das kann man zum Beispiel an der
Parodie des Magazins „Prähistorische Flash-Art“ und des „Bulgarischer
Katalogs der Soros Produktion“ sehen, die sich im Bücherregal von
Muda.org (Kuda.org) befinden. Das gleiche Phänomen wiederholt sich in
dem Comic „Letzte Sorosiade in Budapest“, wo ein ungarischer Zöllner
Branko Dimitrijević „Die Scherpe des Albanischen Soros“ verleiht und wo
(wiederum) Muda.org um den Preis des bulgarischen Soros bettelt; oder
wenn Dr. Agan den Anus der „B92-Test-Maschine - Spende aus Norwegen“
passiert und auf ihn der große Preis des neuen rumänisch-slowakischen
Euro wartet. Das vielleicht bildhafteste Beispiel ist der Trabant mit
der albanischen Flagge.
Hier akzeptiert Zampa di Leone eine
Sprache, die dem nationalistischen Diskurs sehr nah ist und die
gleichzeitig anti-globalistisch, anti-opportunistisch,
national-paranoisch und männlich (das ist sehr augenfällig bei Zampa)
ist: kurz gesagt „balkanisch“, wie der Soziologe Rastko Močnik in
seinem Text über die Produktion des Mechanismus des Balkanismus (9)
analysiert hat. Genauso bekommt die serbische Kunst als
„Vasallentätigkeit“ von Zampa die gleiche Kritik, die Soros-Stiftungen
in den ultra-nationalistischen Kampagnen bekamen. Trotzdem ist es
unzutreffend zu sagen, Zampa stelle eine nationalistische Kritik der
zeitgenössischen Kunst dar. Durch diese semiotischen Versprecher kann
man erkennen, dass Zampa di Leone eigentlich das Spektakel in einer
Gesellschaft kritisiert, in der „die Teilung noch nicht ihren Höhepunkt
erreicht hat“ (10). Die Politik von Zampa könnte man eher als politisch
nicht korrekt beschreiben, denn als nationalistisch. Unkorrekte Politik
in einer unkorrekten Situation! Das ist die gleiche eigenartige
unkorrekt-reale Politik, die zum Beispiel aus einem Graffiti in Belgrad
spricht: „Wenn der Staat gut wäre, hätten auch die Zigeuner einen.“
5. Von der recuperation lernen
Das
ist eine Lektion für Zampa di Leone, die er anscheinend noch nicht
bekommen hat. Aber wie wir aus der Geschichte des Underground gelernt
haben, ist es nur eine Frage der Zeit, wann wir einen Hochglanz-Katalog
des Opus von Zampa di Leone zu Gesicht bekommen.
(1) Mehr
dazu in dem Artikel „Revolutionary Will vs. Stockholm Syndrome“,
Magazin on the Image of Girls in Radical Politics #1 fanzine, Prizren,
2005.
(2) Der italienische Ministerpräsident Aldo Moro wurde am 1978
von den linksterroristischen Roten Brigaden (Brigate Rosse) entführt.
(3) Folgender Text kursierte als E-Mail Anfang 2005 in den Mailinglisten diverser Kulturinstitutionen.
(4) Süreyyya Evren, Sanatci Olmak, „Künstler werden“, Birgun, Istanbul, 26. März 2006
(5) Zampa di Leone, „In the Arse of the Balkans“ http://zampa.various-euro.com
(6)
Milica Tomić, die sich zwischen partisanischer Radikalität und
Turbo-Folk-Nationalität bewegt, ist das ausdrucksstärkste Beispiel
dieser Ambivalenz in Zampas Comics.
(7) horrorkatze (die vielleicht
in Verbindung mit Zampa stehen) haben den Text „Realisation of
Situationist Projections“ veröffentlicht in: OUT1 Magazin, April 2004,
Novi Sad und „art-ist“ Magazin, Juni 2004, Istanbul.
(8) Suzana Milevska, „Die inszenierte (Un)Sichtbarkeit“, Januar 2005 http://eipcp.net/transversal/1202/milevska/de
(9)
Im Text „Institution Balkan“ gibt Rastko Močnik reichliche Beispiele zu
diesem Mechanismus des Balkanismus, der sich auf den Balkanismus
anderer gründet und der auch nicht-balkanische Länder anstecken kann.
Auf diese Weise werden alle Länder balkanisch. Zum Beispiel: „...jene,
die Kroatien auf dem Balkan zurückdrängen wollen“ (Franjo Tudjman, HTV,
4.8.1996), „Sogar Rumänien lacht über uns“ (Titel in der Zeitung:
Kontinent, Sofia, 22.11.1996), „Sogar in Albanien nennen sie jetzt
Idioten 'Bulgarische Heizung'“(24 casa, Sofia, 14.12.1996), und so
weiter...
(10) Man kann sagen, dass diese Art des Spektakels mehr
dem diffusen Spektakel entspricht, das Debord in „Kommentare zur
Gesellschaft des Spektakels“ formuliert hat. Aber trotzdem ist es
klüger, eine weitere Diskussion darüber nicht fortzusetzen, denn das
kann zu einer Relativierung des politischen Raums führen, der sich
latent nationalistisch definiert im Sinne von „für uns ist eine andere
Theorie nötig“.
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19.07.2006 - Ausschnitt aus: Suzana Milevska, Die inszenierte (Un)Sichtbarkeit
Suzana Milevska Die inszenierte (Un)Sichtbarkeit
[01_2005]
Ausschnitt aus: http://www.republicart.net/disc/artsabotage/milevska01_de.htm
"...Deshalb
ist die Unsichtbarkeit als eine bewusste künstlerische Praxis von
Anfang an etwas Paradoxes – sie kann keine Strategie sein, die von
KünstlerInnen zum Schutz ihrer Integrität oder für die Abschirmung
ihrer Ideen gegenüber den Zentren der Macht forciert wird. Im Gegensatz
zu einigen riskanten Kunstaktionen und konzepten, die reale Gefahren
für ihre AutorInnen mit sich bringen, gibt es oftmals eine Art
heimlicher Agenda unter KünstlerInnen oder Möchtegern AktivistInnen:
sie ist nicht selten heuchlerisch kalkuliert und zielt darauf ab, die
auf Neugier und Erwartung beruhende Energie von Betrachtern
auszu-beuten.
Ich möchte kritisch über bestimmte KünstlerInnen
und speziell über einige künstlerische Gruppen reflektieren, die mit
diesen Strategien liebäugeln, um die begehrte Aufmerksamkeit auf sich
zu ziehen. Sobald sie bereit sind, die klandestinen Identitäten ihrer
individuellen Mitglieder zu enthüllen, die zuvor unter der
Entschuldigung einer hypothetischen Gefahr verdeckt gehalten wurden,
legen sie ihre Strategien offen und erlauben es, deren Rafinesse in
Frage zu stellen. Dieses Paradox kann am Fall des slowenischen
Kunstkollektivs IRWIN von Beginn ihrer Karriere an erforscht werden,
oder am Fall von Zampa di Leone (nach wie vor unbekannte/r AutorIn/nen
einer künstlerischen Website aus Serbien und Montenegro).
Es handelt
sich dabei um einige der wichtigsten Beispiele einer solchen
Investition in Unsichtbarkeit im Sinne eines Prozesses, der zu einem
unvermeidlich raschen Erfolg führt.
Zampa di Leones
Comics-Website Im Arsch des Balkan 2000-2005 verspottet KünstlerInnen
und Projekte, darunter bekannte wie die der erfolgreichen Gruppe IRWIN,
oder KünstlerInnen wie Tanja Ostojic, Milica Tomic und Uros Djuric bzw.
KuratorInnen wie Marina Grzinic und Branko Dimitrijevic. Sie zielt auf
eine kulturelle Kritik der Repräsentation der Kunstszene des Balkan in
einem westlichen Kunstkontext. Ihre Zeichnungen und ihre Sprache
bemühen sich um eine Art subversiven Aktivismus, es lässt sich jedoch
eine gewisse Ambiguität in der Haltung erkennen, die Zampa di Leone
gegenüber dem Aktivismus einnimmt. Obwohl sie schreiben, dass Im Arsch
des Balkan "von dem Phänomen des kulturellen Aktivismus und der
künstlerischen Praktiken in der Region des Westbalkan und in Europa in
der letzten halben Dekade handelt"(8) , wird ihr ironischer Zugang
gegenüber dem Aktivismus in anderen Texten deutlich. Dem klandestinen
Autor zufolge erfüllt die Website ihre Mission mit jeder Veränderung
der lokalen Situation. Der Begriff des Wandels ist in jedem Fall eng
mit dem des Aktivismus verbunden. Es ist offensichtlich, dass nicht das
Politische generell Zielscheibe dieses Projekts darstellt, sondern die
Kunstpolitik der Kunstszene Serbiens und des Balkans.
Es stellt
sich die Frage, ob die Anonymität von KünstlerInnen wirklich notwendig
ist und worin die Gefahr besteht, die das Projekt oder die dahinter
stehenden KünstlerInnen bedrohen würde. Offensichtlich kann in diesem
Fall nur eine einzige Gefahr ausgemacht werden, nämlich die, dass das
Projekt nicht in die Art von Ausstellungen aufgenommen wird, die in den
Comics vehement kritisiert wurden. Sollten wir den KünstlerInnen
Glauben schenken, dass es bereits 10.000 Besucher der Website gab:
wahrscheinlich hatte keine der kritisierten Ausstellungen ein dermaßen
großes Publikum. Jede Art von Urteil oder Rechtfertigung der Effekte
dieser ambivalenten Strategie ist schwierig und problematisch.
Diese
ausagierte Dissidentenschaft unter KünstlerInnen stellt ein
wohlbekanntes Phänomen in Osteuropa dar. Es verdankt sich den komplexen
kulturellen Bedingungen in den kommunistischen und post-kommunistischen
Perioden, in denen es schwierig war, zwischen realer und inszenierter
Gefahr zu unterscheiden. Die bekannte Aussage von Ranciere, dass es
sich bei politischer Kunst immer um eine spezifische Aushandlung nicht
zwischen Politik und Kunst, sondern zwischen den zwei Politiken des
Ästhetischen handelt – oder die Deleuzianische Behauptung, dass ein
wichtiges Merkmal der kleinen Literaturen darin besteht, dass alles in
ihnen politisch ist, zählte zur besten Erfahrung unter KünstlerInnen in
Osteuropa. Ob abstrakt oder realistisch, jede Kunst von nicht-
kommunistischen KünstlerInnen konnte als gegen das kommunistische
Regime gerichtet interpretiert werden, eine Interpretation, die sehr
ähnlich klingt wie "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns"...."
(8) Zampa di Leone, „In the Arse of the Balkans 2000-2005". http://zampa.various-euro.com
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19.07.2006 - Lela Vujanić über Zampa di Leone
Zampa di Leone Er
erhitzt die Gemüter und hat eine riesige Verwirrung in den Kreisen der
serbischen Kunst- und Medienaktivismus-Szene ausgelöst, aber auch
darüber hinaus.
Es schreibt: Lela Vujanić
Zampa di Leone - Mythos, Internet-Spuk, Comic Held der neuen Zeit,
Cyber-Terrorist oder Kunst-Fake? Er meldet sich überraschend zu Wort
als Zeuge einer Zeit, in der Kunst gleichbedeutend mit kulturellem
Kapital und Hyperproduktion sinnloser Arbeiten geworden ist und die
aktivistische Aktion sich auf das endlose Applizieren bei Fonds und
Geldgebern beläuft.
Während „gewöhnliche Leute“ mühsam Ihr Stück vom Kapital zu ergattern
versuchen, haben sich die Aktivisten und zeitgenössischen Künstler den
gleichen Zielen verschrieben, nur dass sie sich ausgefeilteren Methoden
bedienen. In der Konsequenz haben sowohl Kunst als auch Aktivismus jede
kritische Schärfe und jeden Wunsch nach Veränderung verloren, der über
die Bereiche des Bestehenden hinausgehen würde und werden immer mehr zu
elitistischen Salonstücken.
Zampa di Leone ist gegenwärtig der einzige Protagonist in dieser
Region, der in einer Kombination aus medialer Subversion, bissigem
Spaß, Parodie und scharfer Kritik all das demaskiert, was uns schon
immer im Ansatz zweifelhaft war. Zampa di Leone erhitzt die Gemüter und
hat eine riesige Verwirrung in den Kreisen der serbischen Kunst- und
Medienaktivismus-Szene ausgelöst, aber auch darüber hinaus. Unter
Beschuss befanden sich die Ikonen unserer Zeit: Theoretiker wie Negri,
Lovink, und Marina Gržinić, bekannte und geschätzte Künstlerinnen wie
Marina Abramovič und Tanja Ostojić oder Newmedia-Kollektive und
Techno-Optimisten wie Kuda.org.
Niemand weiß, wer hinter Zampa steckt – er ist ein unabhängiger
Verrückter, von dem alle gehört haben und über den man alles mögliche
denkt; doch er existiert als Konstruktion mehrerer Leute, das heißt all
derer, die ihn weiterverbreiten. Mit dem Aufruf zu subversiven Aktionen
oder Einladungen auf nicht existierende Konferenzen, trägt Zampa, indem
er sich auf die Freiheit kollektiver Kreativität verlässt und viele mit
anschließt, eine neue, ehrliche und witzige Energie, die zu einer
Bewegung anwächst, die kompromisslos mit allen Formen von Fake und
Markthierarchie abrechnet.
Was wird über Zampa geschrieben
oder der Mythos von Zampa verbreitet sich:
Zampa di Leone - Review von Marina Gržinić http://artefact.mi2.hr
Ich muss sagen, das ich mich jedes Mal außerordentlich amüsiere, wenn
ich auf die Zampa di Leone-website gehe. Eine so erfrischende Analyse
der Lage der Dinge auf dem Balkan ist immer willkommen! Wer Zampa di
Leone ist? Ich habe keine Ahnung, obwohl meine Bekannten aus Serbien
und Montenegro - und wir spielen alle eine Rolle in Zampa die Leones
Comics - den einen oder anderen Namen nennen. Solange Zampa in Form von
Comics dazu beiträgt, solide mythologische Erzählungen zu bilden, den
Zustand der Kunst hyper-hysterisch infrage zu stellen, einen höllischen
Fluss komplizierter Beziehungen zu produzieren und komische, scharfe
aber letztendlich nicht verletzende Kritik zu üben, ist mir egal wer
verdammt nochmal Zampa ist.
Zampa die Leone, die geheime serbische kunstterroristische Organisation
exklusiv für die Rubrik Glasno http://arhiva.glas-javnosti.co.yu
Für die Zeitung „Glas javnosti“ schreibt: Srdjan Djile Marković
Hier spricht Zampa. Was ist serbische Avantgarde-Vasallen-Kunst? Falls
sie geglaubt haben, dass Sie blind und glücklich sind und dass Ihnen
das ewige Verschweigen helfen wird, zu überleben, nun, hier ist jemand,
der Ihnen das nicht durchgehen lassen wird. Zampa di Leone, die
serbische kunst-terroristische Organisation ist bereit, die
Schreckensherrschaft der Belgrader pro-elitistischen Kritik zu beenden
und zeigt, wem eigentlich die serbische Kunst dient, vor allem die, die
„geeignet“ ist für ausländische Kuratoren, Ausstellungen im Ausland und
für die Programme des Museums für Zeitgenössische Kunst, des
(unitaristisch-zentralistisch orientierten) Zentrums für
Zeitgenössische Kunst und der Konkordia aus Vrsac, zwei Institutionen,
die selbst bestimmen, was und was nicht heute serbische
avantgardistische Kunst ist.
Das klingt komisch? Das Lachen wird Ihnen vergehen, wenn Sie Zampas Seite besuchen http://zampa.various-euro.com,
(die bis jetzt über 10.000 Leute besucht haben) und Zampas Fanzines
sehen, die ganz Belgrad übersät haben und die offen alle Ikonen der
Belgrader Kunstszene verspotten, indem sie die Absprachen, die unsere
Kulturkomissare mit den gutmeinenden Geldgebern aus dem Ausland hinter
den Kulissen treffen, zum Vorschein bringen. Exklusiv für Glasno hat
diese terroristische Gruppe ihr Manifest zusammengefasst, das wir in
ganzer Länge veröffentlichen.
„Ich möchte zuerst klarstellen, dass Zampas Rede nicht eine Sache
der serbischen lokalen Szene und ihrer Probleme ist, sondern ein
Problem der Kunst und Kultur in der ganzen nicht nur europäischen
Region. Das Problem liegt in der TOTALEN Politisierung der Kunst und
Kultur und in der Versklavung jedweden Funkens der Kreativität im Elend
der hierarchischen Disziplinen und im Irrsinn der turbokapitalistischen
Gehirnwäsche. Papa’s Söhnchen sind keine Obsession von Zampa (wie
jemand sagt sind wir alle Kinder unserer Eltern) sondern es geht um
etwas anderes. Dieses ‚Quasiandere‘ ist der TRABANT, den unsere
„curators in transition“ fetischisieren, um bei Soros und der
Bundeskulturstiftung den einen oder anderen Euro locker zu machen; das
Problem ist diese verlogene Vasallenhaltung und die Unmöglichkeit, sich
in Gebiete zu bewegen, die außerhalb des erwarteten und populären sind.
Die jungen Leute sind wie anästhesiert und die Kriterien, mit denen sie
das Dasein ermessen, sind katastrophal (natürlich sind nicht alle so).
Sie machen sich alles zum Fetisch, was ihnen aus der Popwelt serviert
wird.
Zampa hat ein Mittel gegen diesen Zustand! Zampa ist hier, weil er
diesen Zustand ändern will! Zampa hat schon Einladungen von vielen
Kulturinstitutionen bekommen, die seine Aktivitäten
institutionalisieren wollen und in kontrollierbare Bahnen lenken
wollen, aber das ist unmöglich, denn Zampa funktioniert nicht in einem
solchen Wertesystem. Zampa funktioniert aber sehr gut im Internet und
im realen Raum mit einer Reihe von Aktionen, die er vorbereitet und die
sich schon ereignet haben. Bis jetzt hat Zampa mehr denen aus
Westeuropa auf den Zahn gefühlt, aber jetzt ist der Balkan an der
Reihe, dass ihm die Augen geöffnet werden. Zampa will die verarschen,
die euch verarschen mit all diesem Mist. Und wenn nur einer damit
Schluß macht, bei diesem ganzen Scheiß mitzuspielen, hat Zampa
gewonnen!!!!!!
Zampa redet vom Vorführen und Zeigen auf UNS und SIE, vom Einteilen der
Leute in DIESE und JENE... in die außerhalb der Mauer und die auf
dieser Seite, er spricht über den Blick auf den Menschen, über die
schrecklichen Dienste derartiger Schizzo-maschinen, von der
Unmöglichkeit der Affirmation und von der Schwäche jener Identitäten
und übrigen Androiden ausgelöschter Spektakel, denen der Vampir, der
sich AKTIVISMUS IN DER KULTUR und ZEITGENÖSSISCHE KUNST nennt, Taufpate
steht. Ja, mit einem Wort, Zampa wehrt sich gegen diese beiden
Begriffe!!!!
Zampa Lex
Quelle: http://www.indymedia.ch/fr/2004/07/25000.shtml
DIE ERSTE ZAMPA-PHASE DES REISSENS IST ABGESCHLOSSEN.
Zampa hat alle moeglichen Hierarchien, Kultur-, Techno- und
Politaktivismen, turbokapitalistischen Festivals und sonstige
Manifestationen hungriger Metakonsumentenaersche bis aufs Aeusserste in
Gefahr gebracht.
DAS STECHEN GEHT WEITER!
Zampa presst die letzten politisch korrekten Haeute aus. Die Gezaehmten
haben ausgeschrien und die new media Aktivisten und die tragischen
Soroschanten ihre letzte Traene vergossen. Ihr dreckiges Geschaeft ist
ans Licht gekommen: die letzte Parodie der Parodierten, "Projekte"
geschuetzt hinter den Kulissen der Hierarchie und der parteiischen
Politik der Fonds.
KREPIERT IHR WUERMER! KREPIERT IHR SCHWEINEHAEUTE!! KREPIERT IHR EKELHAFTEN ROBOTER!!! ZAMPA WIRD EUCH JAGEN UND VERNICHTEN!!!
All die elendiglichen Foliranten des soziopolitischen Kulturmarkts sind
traurige Zeichen fuer den Zustand der allgemeinen Uebereinkunft von
Kontrolle, Domestizierung, Repression und anderen beschraenkten
Handlungen im Gefaengnis der blind taumelnden Technosinne.
Das Ende der aktivistischen Quasimoral gleicht der puritanischen
Mentalitaet der Impotenz, wenn mit unerbittlicher Solidaritaet
Hacker-Punkte gesammelt werden und das System in den USA durch
persoenliches Unglueck eines anderen Ungluecklichen verdammt wird.
Solcherart liberale Kaugummis hat der Gruender dieser Tragikomoedie
Geert Lovink exportiert.
ABER JETZT IST ES GENUG!!! HAWK! ZAMPA HAT GESPROCHEN!!!
Zampa weiss genau, dass auch in Osteuropa die Scheisse zum Himmel
stinkt und das Zermatschen der Wuermer weitergehen muss. All die
stigmatisierten Protagonisten (Block, Rottenberg, Vatersoehne, Irwin,
Muda.org...) werden weiter entlarvt und demaskiert werden.
DIESES UEBLE GELICHTER WIRD AUF SCHRITT UND TRITT IN DEN ARSCH GEFICKT WERDEN!
Zampa wird gnadenlos sein gegenueber jedem, der Marlboro raucht, Bush
anbetet, furzt und ruelpst. Denn Zampa bereitet sich darauf vor, in der
zweiten Phase ihre Plaene im Herzen der Fonds zu vereiteln, sodass die
ueble Bande von der Mutterbrust abgetrennt wird.
ERFOLG AUF DER GANZEN LINIE!
Zampa spuckt auf die Termini "East European Art" und aehnlichen
Scheiss, denn deren zurueckgebliebene romantische Aura wird mit dem
Ziel benutzt, den Hypermarkt zu erweitern und das oekonomische
Kulturmodell des Liberoturbokapitalismus durchzusetzen. Kuenstler und
Aktivisten sind die bloeden Opfer schmutziger Kampagnen diverser Fonds
und new media Agenturen.
ZAMPA WIRD SOLANGE DRAUFLOSSCHLAGEN, BIS SIE SICH NICHT MEHR RUEHREN!!
Artikel aus: 04 Megazin für das Hacking der Wirklichkeit (04 megazin za
hakiranje stvarnosti), Doppelnummer 08/09, Juli 2005, Zagreb http://04zine.org
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Zeitgenössische Kunst Serbien
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